Haha, mit dem schlagkräftigen Wortwitz in dieser Überschrift habe ich Sie aber jetzt ganz schön hart getroffen, liebe Leserinnen, wie? Die heutige Kolumne soll nicht von weihnachtlichen Gedanken geprägt sein. Davon bekommen wir ja seit Mitte Oktober genug. Vielmehr möchte ich die folgenden Zeilen ganz ihnen widmen: Dem nerv........ähh...schönen Geschlecht. Kürzlich feierte ich meinen 20sten Geburtstag. Oder ertrug ihn vielmehr mit männlicher Standhaftigkeit. Und während ich da so saß und mich, zur Belustigung vieler Mittdreißiger und zum Verdruss einiger Mittzwanziger schon mit meinen 20 Lenzen zeitweise wie ein alter Mann fühlte, wurde mir eines schlagartig bewusst: Ich habe in diesen 20 Jahren weit mehr über Frauen ERFAHREN als die meisten anderen meiner Altersgenossen und doch...WISSEN tue ich auch heute noch gar nichts. Im Leben eines jeden Männchens gibt es den Zeitpunkt zu dem es erstmals ein Weibchen betrachtet und keine lästige und zickige Lebensform mit mangelhafter anatomischer Ausstattung sieht. Es betrachtet dieses vormals völlig rätselhafte Fabelwesen und Verwirrung macht sich in ihm breit. Denn das Männchen ist zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage zu verstehen, warum sein gesamter Mundraum so trocken ist wie ein besonders von Dürre geplagtes Stück der Sahara, sich sein Herzschlag auf unnatürliche Weise beschleunigt und gewisse anatomische Unterschiede, vormals mit Stolz getragen, zu einer gut sichtbaren Plage werden. Schnell jedoch stellen sich die krankhaft anmutenden Anormalitäten als natürliche Reaktion auf die Gegenwart des Weibchens heraus. Das Männchen hat nun folgendes verstanden: Fehlendes Weibchen = Dauerhafter grippeähnlicher Zustand. Vom Selbsterhaltungstrieb aktiviert ist es fortan Zeit seines Lebens darum bemüht den drohenden „Krankheitszustand" zu vermeiden. Und von diesem Zeitpunkt an sind im Grunde genommen nur noch die Frauen am Zug im großen Spiel des Lebens. Sie würfeln bildlich gesprochen eine 6 nach der anderen im Mensch-Ärgere-Dich-Nicht unseres Herzens. Und wir haben nichtmal unsere Figuren auf das Feld gesetzt, schon sind sie im Ziel eingelaufen. Das alles wäre noch nicht so schlimm, wenn es da nicht ein Problem gäbe: Sie wissen darüber genau Bescheid! Kaum eine Frau bestreitet ihr Leben ohne sich den dauerhaft umnebelten Zustand eines verliebten Mannes jemals zu nutze gemacht zu haben, und kein Mann kann von sich behaupten völlig immun gegen weibliche Augenaufschläge, weibliches Hüftwackeln oder weibliches Unter-dem-Kinn-Kraulen zu sein. Sowas wie die Waffen einer Frau gibt es nicht. Die Frau an sich ist eine Waffe. Wir Männer ähneln sehr stark kleinen, mehr oder weniger putzigen Schoßhunden. Wenn Frauchen uns ein leckeres Fresschen hinstellt, uns hinter den Ohren oder am Bauch krault und uns etwas wie „Ja, du bist ein feiiiiiner Kerl. Ja, sooo ein lieber." Ins Ohr haucht, sind wir zu nahezu allem bereit. Und wenn eine Frau dies in Perfektion beherrscht, führt sie selbst einen ausgewachsenen Kerl von 1,90m in Versuchung auf allen vieren rauszulaufen und hechelnd mit der Tageszeitung im Mund zurückzukommen. Ja, so sind wir. Und das ist kein Geheimnis. Frauen wird dieses Wissen in die Wiege gelegt und sie beginnen mit praktischen Übungen, sobald sie körperliche Argumente zur Unterstützung ihrer Forderungen haben. Und Männer erfahren von dieser Kosmischen Ordnung spätestens wenn sie zum ersten mal heimlich in den Playboy schielen, den der beste Kumpel am Bahnhofskiosk „ausgeliehen" hat. Nun, liebe Leserinnen, lassen sie mich zu guter Letzt noch mit Missverständnissen aufräumen die, während sie dies hier lesen, aufgetaucht sein könnten: Ich will Frauen keineswegs als berechnende und männerverschlingende Wesen darstellen. Genausowenig wie ich die Männer in Schutz nehmen und ihnen Hilflosigkeit der Frauenwelt gegenüber andichten möchte. Jeder Mann ist selbst dafür verantwortlich inwieweit er sich von der vollbusigen, kaffeebraunen Latino-Schönheit beeinflussen lässt, die ihn gerade gefragt hat, ob sie noch auf eine Tasse Tee mit nach oben kommen kann. Wenn sie meine persönliche Meinung wissen möchten: Ich genieße es in vollen Zügen, besagter Schoßhund zu sein, und wenn ich dafür hinter den Ohren gekrault werde, hole ich freudig schwanzwedelnd (rein bildlich gesprochen) die Zeitung aus dem Vorgarten. Ich bin zufrieden mit der Rolle, die mir in dieser kosmischen Ordnung zukommt (das mag an meinem persönlichen Geschmack liegen) und es scheint mir durchaus zu liegen, brav an der Leine zu gehen...zumal ich es dabei nicht verlernt habe zu beißen. Buster, 26.12.01